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    Zu hohe Auflagen verhindern Badesaison

     

    Freibad Waidesgrund bleibt geschlossen

     

    Das Freibad Waidesgrund in Petersberg wird in diesem Jahr geschlossen bleiben. Die Auflagen im Rahmen der Corona-Einschränkungen sind zu hoch. Der Gemeindevorstand hat diese Entscheidung am Mittwoch einstimmig getroffen. „Wir bedauern es sehr, das Freibad geschlossen lassen zu müssen. Aber eine Freibadsaison ist unter diesen Umständen nicht möglich“, sagt Petersbergs Bürgermeister Carsten Froß.

     

    Mehrere Gründe hätten zu diesem Beschluss geführt, erklären die Mitglieder des Gemeindevorstandes: „Erstens müssten wir eine massive Beschränkung der Besucherzahlen vornehmen. Es dürften nur etwa 250 Personen gleichzeitig ins Schwimmbad. Bei zwei oder drei Schichten wären das insgesamt vielleicht 600 Menschen am Tag gewesen. Bei gutem Wetter halten sich normalerweise zwischen 4000 und 5000 Personen im Freibad auf.“ Eine Öffnung hätte somit für viele enttäuschte Bürgerinnen und Bürger gesorgt, die keine Chance auf einen Besuch des Schwimmbades bekommen hätten. Hinzu kommt, dass etliche Menschen von vornherein gar nicht in den Genuss des Eintritts gekommen wären: „Wir müssten den Zutritt regulieren und auch die Daten der Besucher erfassen. Das geht am effektivsten über eine Online-Reservierung, wozu wir zunächst noch einen Anbieter hätten auswählen müssen. Damit hätten wir jedoch all jene ausgeschlossen, die nicht über Internet verfügen – also hauptsächlich ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger“, macht Froß deutlich.

     

    Zweiter Grund: Die wenigen, die ins Freibad gedurft hätten, hätten wohl nur wenig Spaß daran gehabt. „Die Aufenthaltszeit hätte auf wenige Stunden begrenzt werden müssen, es hätte Kontrollen auf der Liegewiese geben müssen, das Planschbecken, die Rutschen und Sprungbretter hätten geschlossen bleiben müssen, und auch der Kiosk wäre für den Betreiber wahrscheinlich unrentabel gewesen. Entspannt seine Bahnen im Becken ziehen – daran wäre aufgrund der Auflagen gar nicht zu denken gewesen“, heißt es von Seiten des Gemeindevorstandes.

     

    Drittens: Wegen der Vorgaben des Landes wären die Kosten explodiert. „Es wäre zusätzliches Reinigungspersonal nötig gewesen, die Badeaufsicht hätte verstärkt werden müssen, und wir hätten einen Sicherheitsdienst gebraucht. Obendrauf kommen kleinere Aufwendungen wie das Anpassen des Hygienekonzepts oder das Aufstellen und Anbringen von Markierungen und Warnhinweisen“, führt der Gemeindevorstand aus. „Und das alles bei deutlich weniger Einnahmen durch Ticketverkäufe.“ Insgesamt hätte das Defizit in diesem Jahr nach unseren Berechnungen bei 490.000 Euro gelegen – bei gerade einmal gut zwei Monaten Betrieb. „Ein kommunales Schwimmbad ist immer ein Zuschussgeschäft, das ist uns bewusst. Das ist uns das Mehr an Lebensqualität und Freizeitgestaltung für unsere Bürgerinnen und Bürger auch grundsätzlich wert. Aber bei einem Minus von fast einer halben Million Euro muss man auf die Bremse treten – vor allem, da nur ein Bruchteil, etwa 30.000, der üblichen mehr als 100.000 Besucher dieses Jahr ins Schwimmbad Zutritt erhalten hätten“, sagt Froß. Dieser Aufwand stehe in keinem Verhältnis.

     

    Die Mitglieder des Gemeindevorstandes betonen: „Uns ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen. Wir alle bedauern sehr, dass es so weit gekommen ist. Aber wir tragen Verantwortung für die gesamte Gemeinde – und da ist der einzig vernünftige Schritt, in diesem Jahr auf die Freibadsaison zu verzichten.“ Dennoch wolle die Gemeinde etwas für Familien tun. So werden die Ferienspiele trotz der widrigen Umstände stattfinden. „Es sind besondere Zeiten. Nach wie vor stellt die Corona-Pandemie uns alle vor gewaltige Herausforderungen. Deswegen hoffen wir auf Verständnis für unsere Entscheidung.“



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